Elektro Sattelschlepper - Eine gute Bilanz?

Laut Spritmonitor liegt der durchschnittliche Verbrauch eines Scania Diesel-Sattelschleppers bei ca. 31 Litern pro 100 km. Nutzen wir die Wirkungsgrade aus aktuellen Fachberichten, so erreicht ein reiner Elektroantrieb ca. 70%, während ein Wasserstoff-Brennstoffzellensystem (inklusive nötiger Pufferbatterie und Rekuperation) bei rund 20% liegt. Das bedeutet einen 350% (Faktor 3,5) besseren Wirkungsgrad beim batterieelektrischen Antrieb.

Rechnen wir den Dieselverbrauch um: 31 l / 3,5 entspricht einem Energieäquivalent von ca. 8,86 Litern Diesel auf 100 km für den E-Truck. Multipliziert mit dem Energiegehalt von Diesel (ca. 9,8 kWh/l) ergibt das einen Verbrauch von ca. 86,8 kWh pro 100 km für einen elektrischen Sattelschlepper.

Reichweite und Batteriegewicht:

Für eine realistische Praxis-Reichweite von ca. 600 km benötigt der Lkw somit eine nutzbare Kapazität von rund 520 kWh. Bei modernen Energiedichten bedeutet dies ein Akkugewicht von ca. 2,5 Tonnen.

Zieht man das vom typischen Lkw-Nutzlastbudget ab (Leergewicht ca. 13t bei 40t Gesamtgewicht), verbleiben statt 27 Tonnen noch rund 24,5 Tonnen Nutzlast – ein Einschnitt von unter 10%, der spürbar, aber keineswegs ein K.o.-Kriterium ist.

Ladeinfrastruktur und Wirtschaftlichkeit

In den gesetzlich vorgeschriebenen 45 Minuten Fahrpause müsste der Lkw diese 520 kWh nachladen, was eine Ladeleistung im Peak von über 500-600 kW voraussetzt (Megawatt Charging System - MCS). Dafür müsste dringend jeder Lkw-Rastplatz mit entsprechenden Ladesäulen versehen werden.

Rechnet sich das wirtschaftlich? Ein Vergleich der Energiekosten:

  • Diesel: 31 Liter kosten (bei angenommenen 1,35 €/l) ca. 41 €.
  • Elektro (Ionity Wucher): 86,8 kWh bei z.B. 1,09 €/kWh kosten utopische 95 €.
  • Elektro (Tesla / fairer Gewerbestrom): Bei ca. 0,40 €/kWh landen wir bei rund 35 € und damit sofort in der Gewinnzone gegenüber dem Diesel.

Fazit: Auch im Schwerlastverkehr schlägt die pure Physik und der überragende Wirkungsgrad des batterieelektrischen Antriebs jede Wasserstoff- oder E-Fuel-Alternative um Längen, solange man den monopolistischen Ladepreis-Wegelagerern auf die Finger tritt.