Mit Elektro dann Status Quo?

Müssen die Menschen ihr Auto komplett aufgeben? Nein, generell nicht. Aber Mobilität muss – vor allem im Übermaß – deutlich ehrlicher bepreist werden, da Erneuerbare Energie ein kostbares Gut ist. Ein reiner Austausch des Verbrennungsmotors gegen einen Elektroantrieb bei Beibehaltung tonnenschwerer, ineffizienter Fahrzeugkonzepte greift zu kurz.

Vorschlag für ein neues Kfz-Steuersystem

Um dem Trend zu rollenden, energetisch unsinnigen Wohnzimmern (SUVs) entgegenzuwirken, schlage ich eine an den physikalischen Dimensionen orientierte Steuerformel vor:

Länge × Breite × Höhe × kW_peak × 0,3 = Jahressteuer (€)

Dies würde alle Verkehrsteilnehmer dazu ermuntern, sich ein Fahrzeug zuzulegen, das exakt zu ihrem realen Bedarf passt.

Ein physikalisches Rechenbeispiel

Vergleichen wir den Energiehunger zweier Konzepte bei hohen Geschwindigkeiten:

  • VW Touareg (ca. 220 PS / 162 kW): Um seine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h aufrechtzuerhalten, benötigt er die vollen 162 kW. Selbst mit einem monströsen 200-kWh-Akku käme dieser Panzer bei diesem Tempo gerade einmal 246 km weit. Bei der 350-PS-Version (257 kW bei 234 km/h) schrumpft die Reichweite sogar auf 180 km zusammen.
  • Opel Corsa (115 PS / 85 kW): Erreicht ca. 195 km/h und benötigt dafür nur rund die Hälfte der Energie. Er würde mit der gleichen Energiemenge theoretisch doppelt so weit kommen. Bei einer durchschnittlichen Belegung von 1,2 Personen erbringt er die absolut identische Transportleistung mit nur ca. 52% des Energieeinsatzes.

Die Einnahmen aus einer solchen reformierten Kfz-Steuer sowie der CO₂-Steuer müssen zweckgebunden in den massiven Ausbau von Radwegen und den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) fließen, um echte Alternativen zu schaffen.