Ausbau der Erneuerbaren Energie

Im Jahr 2020 hatten wir im deutschen Stromnetz einen Anteil von 50,7% Erneuerbarer Energie. Dieser verteilte sich maßgeblich auf 27,2% Windkraft und 10,6% Solarenergie – man sieht also deutlich, wie essenziell der Wind für unsere Versorgung ist. Das Gesamtvolumen betrug dabei 488 TWh.

Wenn wir nun bilanzieren, bedeutet das: Aus unseren damaligen rein regenerativen 249 TWh Strom müssen wir nicht nur die vollen 488 TWh des Stromsektors decken, sondern zusätzlich die rund 920 TWh an bisher rein fossiler Energie der anderen Sektoren (Wärme, Verkehr, Industrie) ersetzen. Das ergibt eine Zielgröße von stolzen 1409 TWh.

Die Ausbaudimension:

Um diese Energiemengen rein regenerativ bereitzustellen, benötigen wir rechnerisch einen Ausbau der Erneuerbaren Energien um ca. 560%!

Das fundamentale Problem: Saisonalität & Speicher

Dazu kommt die enorme Herausforderung des saisonal stark schwankenden Energiebedarfs. Während Windenergie glücklicherweise zu jeder Jahreszeit vorkommt (wenn auch unregelmäßig), fällt die Solarenergie im Winter massiv ab. Das lässt sich in den Energy-Charts besonders eindrucksvoll beobachten.

Die logische Konsequenz: Wir brauchen Speicher – und zwar riesige Speicher. Ein großer Glücksfall ist hier das bereits existierende deutsche Erdgasnetz mit einer enormen Kapazität von rund 220 TWh.

Der Weg dorthin führt über die möglichst effiziente Wandlung von Strom in synthetisches Erdgas (Power-to-Gas). Mit nur rund 20% Verlust lässt sich so speicherbares Gas erzeugen. Bei einer Energiemenge im Netz kann dieses Gas hocheffizient über moderne GuD-Kraftwerke rückverstromt werden.

Wir werden jede erdenkliche Art von Energiespeichern kombinieren müssen:

Da schätzungsweise ein Drittel der gesamten erzeugten Energiemenge temporär zwischengespeichert werden muss, erhöht sich der Brutto-Energiebedarf durch die Wandlungsverluste um ein weiteres Mal um rund 94 TWh. Unter dem Strich ist damit real eine Verfünffachung der EE-Infrastruktur unausweichlich.

Politische Hebel: Subventionen streichen, Anreize schaffen

1. Konsequenter Abbau aller CO₂-Subventionen:

Einstellung des Diesel-Privilegs, Abschaffung der steuerlichen Förderung von fossilen Firmenwagen, Streichung der Kerosin-Freibriefe für den Flugverkehr, Abschaffung der Pendlerpauschale sowie das Ende von Fördergeldern für fossile Brennwerthermen und Plug-in-Hybride. Flankiert werden muss dies durch eine stark lenkende, ehrliche CO₂-Steuer.

2. Gezielte Anreize & Bürokratieabbau:

Massive Vereinfachung beim Solarausbau durch Radikalabbau von Vorschriften. Zudem eine gezielte Förderung von Wallboxen und Elektrofahrzeugen, die bidirektionales Laden (V2G / V2H) beherrschen, um als dezentrale Netzpuffer zu dienen. Im Baubereich sollte zudem konsequent nur noch der höchste Standard (mindestens Effizienzhaus 40) gefördert werden.

Mein Fazit

Wir benötigen einen radikalen, massiven Ausbau der erneuerbaren Energien. Jedes Dach in Deutschland – völlig egal ob Ost-, West- oder Südausrichtung – das nicht komplett im Schatten liegt, gehört zwingend mit einer Photovoltaikanlage bestückt. Gekoppelt werden muss das mit der konsequenten Elektrifizierung aller Sektoren bei gleichzeitiger Maximierung der Effizienz.

And das alles soll planmäßig bis zum Jahr 2045 vollzogen sein? Ein sportliches Brett. Na dann mal los!